Montag, 4. Februar 2008

Fast eine Woche als elective student

So, da bin ich wieder. Es hat dieses Mal etwas gedauert, bis ich mich wieder melden konnte. Das lag daran, dass die ihr in dem Krankenhaus nur einen einzigen PC haben, mit dem man ins Internet kann/darf. Und zusaetzlich haben alle Aerzte Vorrang vor den Studenten. Da kann ich laso immer nur meine E-Mails kurz lesen...
Jetzt aber der Reihe nach:
am Sonntag bin ich ja dann mit dem Bus von Auckland nach Tauranga gefahren und ich muss sagen, die 4 Studnen Busfahrt waren ein echtes Abenteuer. Nicht nur, dass die auf der falschen Seite fahren, nein, sie muessen auch noch rasen wie die Idioten... und das nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der kleinsten Landstrasse. Dazu kommt noch, dass der Bus mit dem wir unterwegs waren so gut wie keine Stossdaempfer hatte, was das ganze zu einer echten Achterbahnfahrt gemacht hat. Aber ich habs ja ueberlebt... ausserdem war die Landschaft durch die wir gefahren sind wirklich schoen. Von gruenem Huegelland ueber dichten Urwald bis hin zur Kueste mit Sandstrand.
Als ich dann am abend ihr in Tauranga angekommen bin, bin ich dann mit dem Taxi zum Krankenhaus. Dort hab ich dann den Securitymann gesucht und gefunden, der mir mein Zimmer zeigen und mir meine Schluessel geben sollte. Das hat auch alles ganz gut geklappt, bis auf die Tatsache, dass der sowas noch nie vorher gemacht hat und somit die Schluessel nicht gefunden hat, etc.. Ne gute Stunde spaeter hatte ich dann aber alles und konnte in mein kleines Heim einziehen... ein nettes kleines Zimmer mit Bett und Schreibtisch.
Und gleich noch am ersten Abend hab ich auch meine Mitbewohnerinnen kennengelernt. Drei Maedels aus England. Die sind eigentlich alle ganz nett, verlassen Tauranga aber dieses Wochenende schon wieder. Aber dann sollen 10 neue Studenten kommen. Bin schon sehr gespannt wer oder was da so kommt...
So, und jetzt zum Krankenhaus:
Von aussen sieht es mal sehr modenr aus, aber als ich dann drinnen war,hab ich mich schon ein bisschen in der Zeit zurueckversetzt gefuehlt.. die Stationen sind teilweise Schlafsaele, wo die Betten nur durch Vorhaengegetrennt sind, die meisten Geraete sehen aus wie aus dem 2 Weltkrieg und im Treppenhaus ziehts...
Naja, Ich bin also einem orthopaedic team zugeordnet, dass aus 2 consultans, 2 registrars und 2 hous officers besteht. Das Team hat ungefaehr 10 bis 15 Patienten zu betreuen. Ich bin einem house officer zugeteilt und helfe ihr quasi bei der Stationsarbeit. Und was das lustigste ist: sie kommt aus Wien!!! Mit irh kann ich mich also auch auf deutsch unterhalten, was wir aber nur machen, wenn wir alleine sind, weil uns ja sonst keiner versteht.
Die Arbeit hier ist auf den ersten Blick ziemlich verwirrend, weil alles viel uebergreifender ist. So liegen die Patienten unseres Teams nicht auf einer Station, sondern sind ueber 3-4 verteilt. Nach fast einer Woche hab ich in der Hinsicht aber zumindest nen Ueberblick.
Mit der Sprache komm ich ganz gut klar, solange sie einigermassen verstaendlich reden. Bei den Aerzten ist das eigentlich kein Problem, nur die Patienten halten sich nicht dran.
Was auch komplett anders ist als bei uns ist die Dokumentation. Hier gibt es viel weniger vorgefertigte Formulare, sondern sie schreiben alles mit Hand auf. Dabei gibt es allerdings einen festen Plan, und wenn man den mal verstanden hat, ist es ziemlich uebersichtlich... vorausgesetzt, man kenn die Abkuerzungen hier... es wird naemlich einfach alles abgekuerzt und auf den ersten Blick versteht man nur Bahnhof...
Heute war ich zum ersten Mal im OP, der hier uebrigens theatre heisst. Da ist eigentlich vieles aehnlich wie bei uns, nur dass es etwas lockerer zugeht... auch was die Sterilitaet betrifft. Und hier tragen sie Gummistiefel im OP. Damit kommt man sich wirklich vor wie im Schlachthaus. In anderen Dingen, wie zum Beispiel OP-Material und so, sind sie dann wieder super-modern. So tragen sie bei operieren Raumanzugaeliche Helme, etc.
Auch sonst hab ich mich hier in Neuseeland so langsam eingelebt. Und ich gewoehne mich auch an das Kiwi-Englisch... nur ab und zu versteh ich was nicht. So hat mich die Kassierein im Supermarkt zum Beispiel beim zahlen immer was gefragt, was ich nicht verstanden hab. Und bei ersten Mal hab ich einfach mal yes gesagt und da dann nichts passiert ist, dachte ich mir, dass das schon ok ist. Gestern hat mich dann aber die Neugier gepackt und ich hab einfach mal nein gesagt... daraufhin hat sie mich ganz erwartungsvoll angeschaut und nicht kassiert... also musst ich doch mal nachfragen, was sie eigentlich meinte und hab dann festgestellt, dass sie nur wissen wollte, ob ich sonst noch nen Wunsch haette... Naja, jetzt weiss ich wenigstens bescheid.
Und, nachdem ich mich jetzt langsam an den Linksverkehr gewoent hab, hab ich mir gleich ne neue Herausforderung gesucht und mir ein Fahrrad gemietet. Ich muss mich immer hoellisch konzentrieren wenn ich abbiege, aber sonst gehts ganz gut.
So, jetzt muss ich aufhoeren, weil ich gleich mit den Maedels zum essen vereinbart bin.
Bis bald...

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